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Textprobe:
Kapitel 5.2, Zusammenhang zwischen Kreditmarkt und Geldmarkt: In diesem Abschnitt beschränkt sich der Verfasser auf den Zusammenhang zwischen dem Kreditmarkt, als Markt für den Handel von in Wertpapieren verbriefter Hypothekenkredite und dem Interbanken-Geldmarkt, als Handelsplatz von Zentralbankguthaben zwischen den Kreditinstituten. Der Finanzmarkt unterteilt sich in die Teilbereiche Geldmarkt und Kapitalmarkt, wobei der Kapitalmarkt wiederum den Kreditmarkt als Unterkategorie umfasst. Im Allgemeinen sei noch zum Kreditmarkt anzumerken, dass es noch weitere Teilbereiche gibt, wie z. B. den Handel mit notleidenden Krediten. Dieser Kreditmarktbereich ist im Zuge der Turbulenzen, die durch die Subprime-Hypotheken ausgelöst wurden, ebenfalls zum Erliegen gekommen. Auf diese weiteren Teilbereiche sowie die notleidenden Kredite soll allerdings nicht weiter eingegangen werden, da sich diese Diplomarbeit schwerpunktmäßig mit der in der Einführung benannten Problematik beschäftigt.
Auf dem Kreditmarkt handeln die Banken mit den bereits vorgestellten Produkten wie MBS oder auch CDOs. Nach dem Zusammenbruch dieses Marktes, brauchten die Banken Liquidität, um z. B. ihre Fonds zu unterstützen, die im Kreditmarkt investiert waren oder sie mussten ihren Conduits unter die Arme greifen infolge von zugesagten Liquiditätslinien. Das grundlegende Problem war, dass sich diese o. g. Wertpapiere nicht verkaufen ließen, weil keine Abnehmer da waren. Das benötigte Geld leihen sich die Banken i. d. R. auf dem Interbanken-Geldmarkt, dieses erfolgt kurzfristig und ohne Stellung von Sicherheiten. Durch die Verunsicherung an den Märkten wurde jedoch die Liquiditätsbeschaffung schwerer und teurer. Die Banken hielten ihr Geld zurück. Aus diesem Grund geriet auch der Interbanken-Geldmarkt ins Stocken. Daraus folgt ein enger Zusammenhang zwischen dem Kreditmarkt und dem Geldmarkt, der letztlich zu der Finanzmarktkrise geführt hat.
In diesem Fall mussten die Zentralbanken eingreifen und marktberuhigende Maßnahmen treffen, die im Nachfolgenden näher erläutert und dargestellt werden.
Kapitel 5.3, Federal Reserve System: Dieses Kapitel beschäftigt sich mit einem kurzen allgemeinen Aufbau der US-Notenbank und deren Aufgaben und Instrumenten, wobei diese kurz und allgemein gültig dargestellt werden sollen. Von vertiefenden Ausführungen wird in diesem Zusammenhang jedoch aus Komplexitätsgründen abgesehen. Es soll ein grundlegendes Verständnis für die Mechanismen geschaffen werden, da zusätzlich die getroffenen Maßnahmen der Zentralbank dargestellt werden sowie ihre Auswirkungen.
Kapitel 5.3.1, Beschreibung: Die Federal Reserve, eigentlich Federal Reserve System, ist das US-amerikanische Zentralbanksystem. Es besteht aus einem siebenköpfigen Board of Governors mit Sitz in Washington D.C. und zwölf regionalen Federal Reserve Banks, da das Federal Reserve System in zwölf Bankbezirke eingeteilt ist. Darüber hinaus gehören noch eine Vielzahl von Mitgliedsbanken und anderen Institutionen zu dem System.
Die sieben Mitglieder des Board of Governors werden vom US-Präsidenten ernannt und vom Senat bestätigt. Zudem ernennt er aus den Mitgliedern den Vorsitzenden und den stellvertretenden Vorsitzenden. Dieses wird wiederum vom Senat bestätigt. Das wichtigste Gremium innerhalb des Zentralbanksystems ist der FOMC. Er besteht aus den Mitgliedern des Board of Governors, die alle stimmberechtigt sind und den Vorsitzenden der zwölf regionalen Federal Reserve Banks, von denen nur fünf stimmberechtigt sind. Der Vorsitzende der regionalen Federal Reserve Bank of New York City hat allerdings immer ein Stimmrecht. Der FOMC entscheidet über die finanzpolitischen Maßnahmen und hat somit Einfluss auf den US-Leitzins, die Federal Funds Rate. Der Board of Governors setzt die getroffenen Entscheidungen entsprechend um. Angesichts seiner Entscheidungsmacht finden die Aussagen des FOMC in der Finanzwelt große Beachtung.
Das Board of Governors zeigt sich zudem alleine verantwortlich für die Mindestreserveanforderungen sowie für die Festsetzung des Diskontsatzes unter Mitwirkung der regionalen Federal Reserve Banks.
Kapitel 5.3.2, Aufgaben und Instrumente: Die Hauptaufgabe der Fed besteht in der Regulierung des Bankwesens und deren Kontrolle. Dieses erreicht sie durch Offenmarktgeschäfte, der Festsetzung von Mindestreserveanforderungen und des Diskontsatzes. Zudem sorgt sie für einen reibungslosen Ablauf des Zahlungsverkehrs und überwacht in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen u. a. dem Amt für Prägung und Druck die Geldmenge die täglich produziert und zerstört wird. Darüber hinaus betreibt sie Wirtschaftsforschung und die ökonomische Ausbildung. Wichtig ist auch die Veröffentlichung ihres Konjunkturberichts, dem sogenannten Beige Book.
Ihre Ziele sind die nachhaltige Konjunkturentwicklung, die Preisniveaustabilität sowie ein hoher Beschäftigungsstand. Im Weiteren sieht sie ihre Zielerreichung in der Stabilität der Finanzmärkte und der Zinssätze.
Bei der Erklärung der Instrumente greift der Verfasser ein wenig vor, da die EZB teilweise auf die gleichen geldpolitischen Instrumente zurückgreift, wie die Fed.
Im Rahmen der Offenmarktgeschäfte wird nur das Wertpapierpensionsgeschäft im Allgemeinen erläutert. Bei diesem Geschäft können sich die Banken Liquidität von der Zentralbank besorgen, indem sie dafür refinanzierungsfähige Sicherheiten stellen. Dieser Transaktion liegt meist eine Rückkaufsvereinbarung zugrunde, wonach die Banken, nach Ablauf einer bestimmten Frist, die als Sicherheit gestellten Papiere, inklusive dem anfallenden Zins für die Dauer des Wertpapierpensionsgeschäftes, zurückkaufen müssen. In Zeiten illiquider Märkte ist es für die Banken von entscheidender Bedeutung, welche Wertpapiere als Sicherheit von den Zentralbanken akzeptiert werden. Damit entwickelt sich dieses Steuerungsinstrument gerade in der derzeitigen Krise zu einem sehr wichtigen Element in Bezug auf die Versorgung der Banken mit Liquidität. Die Wertpapierpensionsgeschäfte werden i.d.R. in bestimmten Abständen im Rahmen eines Tenderverfahrens durchgeführt, d.h. diese Möglichkeit der Refinanzierung steht den Banken nicht täglich zur Verfügung. Bei einem Tenderverfahren geben die Banken die von Ihnen gewünschte Geldmenge und ggf. den Zinssatz an und erhalten dann je nach ausgeschriebener Geldmenge, die im Vorfeld von der Zentralbank i.d.R. nicht bekannt gegeben wurde, eine Zuteilung auf ihr Gebot. Das von der Fed, wegen der Finanzmarktkrise, neu aufgenommene geldpolitische Instrumentarium der Term Auction Facility (TAF) läuft in weiten Teilen nach diesem Verfahren ab.
Das eigentliche und traditionelle Offenmarktgeschäft wickelt die Fed über ihren Domestic Trading Desk ab. Dieses läuft ein wenig anders ab, als vorstehend beschrieben. Die Fed führt diese ebenfalls im Rahmen von Wertpapierpensionsgeschäften durch, allerdings nur mit z.Zt. zwanzig ausgesuchten Wertpapierhäusern und internationalen Banken, den sogenannten Primary Dealern. Die Laufzeit beträgt ein bis fünfzehn Tage. Diese Geschäfte werden i. d. R. täglich gemacht. Die Höhe der Summe sowie den Zinssatz legt die Fed fest. Die Primary Dealer sind in diesem Fall das Bindeglied zwischen Notenbank und Geldmarkt. Banken, die Liquidität benötigen, fragen diese am Geldmarkt nach und bekommen sie von der Fed über die Primary Dealer bereitgestellt. Für Übernacht-Ausleihungen wird i. d. R. der Leitzins verlangt.
Bei der Mindestreserve haben die Geschäftsbanken einen bestimmten prozentualen Teil ihrer passiven Bilanzpositionen bei der Zentralbank zu unterhalten. Die Höhe dieser Mindesteinlage bzw. der Prozentsatz wird von der Zentralbank festgelegt. Über die Einhaltung der Mindestreserve entscheidet das Mindestreserve-Soll im Verhältnis zum Mindestreserve-Ist. Durch das Senken der Mindestreserveanforderungen steigt die verfügbare Geldmenge, bei einem Anheben verhält es sich umgekehrt. Bei einem absehbaren Unterschreiten der Mindestreserveanforderungen können sich US-Banken die nötige Geldmenge von anderen Banken, welche das Mindestreserve-Soll übererfüllen, leihen. Der Markt auf dem die Banken ihre Reserven handeln, ist der Federal Funds Market. Der Zinssatz, der für das Leihgeschäft zu entrichten ist, wird als Federal Fund Rate bezeichnet. Damit ist der US-Leitzins gemeint.
Die US-amerikanischen Banken haben aber auch die Möglichkeit, sich täglich direkt bei der Fed mit Liquidität zu versorgen. Dieses können sie über das sogenannte Diskont-Fenster machen, somit können sie sich jederzeit mit der von ihnen benötigten Geldmenge versorgen. Für dieses Geschäft ist allerdings die Stellung von Sicherheit notwendig. Die Anforderungen an die annehmbaren Sicherheiten und deren Typ werden von der Fed festgelegt, ähnlich wie bei den Wertpapierpensionsgeschäften. Den Zinssatz, den die Banken für ein Geschäft im Rahmen dieser Liquiditätsbeschaffung zu entrichten haben, ist der Diskontsatz. Die Fed sieht diese Maßnahme der Banken, sich Liquidität zu beschaffen, als argwöhnisch an. Leiht sich eine Bank öfters Geld über diesen Weg, so könnte dieses ein Zeichen möglicher Instabilität der Bank sein, welches zu Nachfragen seitens der Fed führt. Als Randnotiz sei noch hinzuzufügen, dass es drei Diskont-Programme gibt, wobei der Verfasser in seinen Ausführungen den Diskontsatz für Primär-Kredite an Banken mit sehr guter Kapitalausstattung anführt.
Im Rahmen der getroffenen Maßnahmen werden noch weitere Instrumente im nachfolgenden Kapitel kurz dargestellt.
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